Der Garten
 
 Hört, wenn ihr keinen Garten habt,
     so laßt euch einen schenken.
     Denn wie mein Garten mich erlabt,
    das könnt ihr euch nicht denken:
    Ich wollt', ihr hättet's auch wie ich;
    mein Garten, ei, wie freut er mich!
 
 Mein Garten ist erstaunlich groß,
    Wohl hundert Ellen Länge:
    Drin steht ein Häuschen, das ist bloß
    Für mich manchmal zu enge.
    Nun gut! Drum hab' ich auch gesagt,
    Daß mir der Garten so behagt.
 
 Ihr solltet nur den Garten sehn;
    Die hohen Bäum' und Hecken!
    Die lassen mich im Schatten geh'n;
    Man kann sich auch verstecken.
    Und mittags in der Sonnenglut,
    Da speist's sich's in der Laube gut.
 
 
Hernach sind Stachelbeeren d'rin
    Und auch Johannisbeeren!
    Das ist nun ganz nach meinem Sinn;
    Die helf’ ich alle leeren.
    Kurzum, was man sich wünschen kann,
    Das trifft man in dem Garten an.
 
 Auch schöne Blumen stehen hier
    Und Obst die schwere Menge,
    Und aus dem Wipfeln zwitschern mir
    Der Vögel bunte Klänge.
    O hättet ihr's doch auch wie ich!
    Mein Garten, ei, wie freut er mich!
 
G. W Fink

 

Löwenzahn
 
Keine Vase will dich. Keine
Liebe wird durch dich erhellt.
Aber deines Samens reine
weiße Kugel träumt wie eine
Wolke, wie der Keim der Welt.
 
Lächle! Fühl dich gut gedeutet!
Blüh! So wird aus Schweigen Huld.
Bittre Milch und Flaum, der gleitet:
0, nicht Haß ‑ den Himmel leitet
Weisheit. Stillesein. Geduld.
 
Werst du auf der Höh geboren,
ferne, selten, früh empor:
teilungslosem Gang der Horen
blühtest ruhmvoll, unverloren,
groß, dein Wunder vor.
 
Josef Weinheber

              

                  

 

Gärtners Traum (Hermann Hesse)
 
Was hast du Traumfee in der Wunderbüchse?
Vor allem ein Gebirg von bestem Mist!
Dann einen Weg, auf dem kein Unkraut wüchse,
Ein Katzenpaar, das keinen Vogel frisst.
 
Ein Pulver auch, mit dem bestäubt alsbald
Blattläuse sich in Rosenflor verwandeln,
Robinien jedoch zum Palmenwald,
Mit dessen Ernte wir gewinnreich handeln.
 
O Fee, und mache, dass uns Wasser flösse,
In jedem Ort, den wir bepflanzt, besät;
Spinat, der niemals frech in Blüten schösse!
Und einen Schubkarren, der von selber geht.
 
Und eins noch: ein sicheres Mäusegift.
Den Wetterzauber gegen Hageltücken.
Vom „Stall“ zum Hause einen kleinen Lift,
Und jeden Abend einen neuen Rücken.

 

Gefunden
 
Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
 
Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.
 
Ich wollt’ es brechen,
Da sagt' es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
 
Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus,
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.
 
Und pflanzt' es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.
 
Johann Wolfgang von Goethe
 
 
 
 
                                      Erna Rodenwald
 
 
 
 
Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt's schon an zu blühn.
 
Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir's doch, als könnt's nicht sein.
Alte Wunder wieder scheinen
mit dem Mondesglanz herein.
 
Aus Eichendorffs
"Frühlingsnacht"
 
 
Die Vögel singen Dur und Moll
und draußen blüht es übervoll.
Lauf nur hinaus in Feld und Flur,
genieß die Schönheit der Natur.

 

 

 
 
 
Lebensweisheit
 
Bekanntlich kommt das Kind im Weib
durch das Gebären aus dem Leib.
Da aber sich das Kind im Mann
nicht solcherart entfernen kann,
ist es begreiflich, dass es bleibt
und ewig in ihm lebt und leibt.
Dem Kinde, wenn’s auch heult und stöhnt,
wird wohl die Flasche abgewöhnt.
 
Jedoch das ew’ge Kind im Mann
Gewöhnt sie sich dann wieder an.
 
Na dann aber Prost!

 

Ein‘ Humpen Bier –
und dazu hätt‘ ich,
weil es gesund ist,
gerne Rettich.
 

Die Zwiebel

Der Zwiebel ist es zuzuschreiben,
wenn fröhlich und gesund wir bleiben.
Ich höre alle Kenner sagen:
„Der Zwiebel Heilkraft – kaum zu schlagen!“
 

 

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